Awareness

Der in Deutschland verwendete Begriff Awareness meint das Bewusstsein für sichere und diskriminierungs­freie Räume, sogenannte Safer Spaces. International wird der Begriff Safety verwendet, also das persönliche Wohlbefinden und Sicherheits­gefühl. Das Ziel ist einerseits Prävention zu leisten und anderer­seits Betroffene zu unterstützen. Bei Awareness geht es nicht darum, Fehlverhalten zu bestrafen, sondern über Formen von Grenzüber­schreitungen aufzuklären und allen Menschen die Möglichkeit zu bieten, ihre Grenzen und Bedürfnisse offen zu kommunizieren.

Awareness bietet die Chance, auf lange Sicht Strukturen einzuführen, die die allgemeine Sicherheit ehöhen und Menschen mit Problemen niedrig­schwellige Hilfe bieten. Es wird immer Menschen geben, die sich auf Veranstaltungen unwohl fühlen, die Streit haben oder sich nicht an die Regeln halten. Deshalb lohnt es sich, langfristig zu denken und neue Wege zu probieren.

Aufgaben und Grenzen

Gewalt wird häufig nur als die Anwendnung physischer Kraft verstanden, bei der andere Menschen körperlich verletzt werden. Doch Gewalt beginnt bereits dort, wo persön­liche Grenzen jeglicher Art über­schritten werden. Das kann physisch, mental, verbal, non-verbal oder auch digital geschehen. Nicht jede Grenz­über­schreitung muss beabsichtigt sein, Miss­verständ­nisse passieren. Aber die Verant­wortung liegt immer bei der handelnden Person. Natürlich wäre es optimal, wenn jeder Mensch sowohl Rücksicht nehmen als auch die eigenen Grenzen klar kommuni­zieren würde. Doch es besteht keine Pflicht, Nein zu sagen. Vielmehr braucht es die aktive Zustimmung einer Person zu jeder Handlung. Ohne ein klares Ja gibt es keine Einvernehm­lichkeit.

Und genau hier kommt Awareness ins Spiel. Wir wollen Menschen dazu ermutigen, offen miteinander zu kommuni­zieren und explizit nach Zustimmung zu fragen. Dafür ist gut geschultes Personal notwendig, das unkomp­liziert nach Hilfe gefragt werden kann und einschreitet, wenn Menschen sich nicht mehr selbst helfen können. Gleich­zeitig muss Awareness-Arbeit klar von anderen Zuständig­keits­bereichen abgegrenzt werden. Es bleibt ein Erste-Hilfe-Angebot, darüber hinaus kann das Awareness-Team nur an die zuständigen Stellen verweisen.

Das leistet Awareness

  • Erste Hilfe bei psychischen Problemen
  • Mentaler Support in Krisensituationen
  • Gesprächsangebot ohne Verurteilung
  • Mediation in Konflikten
  • Schutz und Begleitung von Betroffenen

Das kann Awareness NICHT leisten

  • Strafverfolgung
  • Aufgaben der Security
  • Medizinische Versorgung
  • Psychotherapie
  • Jegliche Form professioneller Beratung

Unser Konzept

Viele Awareness-Konzepte konzentrieren sich auf Diskriminierung und sexualisierte Gewalt und vernachlässigen dabei, dass diese Erfahrungen auch große mentale Belastungen und generelle Unsicherheit auslösen. Menschen in bedrückenden Situationen zweifeln nicht selten an sich selbst und ihrer Wahrnehmung. Daher sind grundlegende psychologische Kenntnisse und Erste-Hilfe-Maßnahmen unserer Meinung nach essenziell für Awareness-Arbeit. Wir sind keine Psychologen und können keine Diagnosen stellen, doch wie bei einer blutenden Wunde können wir einen provisorischen Verband anlegen und einschätzen, ob die Wunde von selbst verheilt oder ärztliche Hilfe notwenig ist.

Aus diesem Grund hat Jonathan Püttmann 2024 in Zusammen­arbeit mit der europä­ischen Organi­sation ESTIEM das Shadow Mind Ally Konzept entwickelt, ein Framework zur ersten Hilfe bei düsteren Gedanken und Gewalt­erfahrung. Ein Shadow Mind Ally ist eine Person, die ihre Mitmenschen in schwierigen Lebens­lagen unterstützt, Zivil­courage übt und einen Safer Space um sich herum erschafft, egal wo sie sich befindet.

Das SMA Konzept orientiert sich an inter­nationalen Richt­linien wie PFA und MHFA und kombiniert das Wissen aus inter­nationalen Kursen u.a. von AEGEE und LUT University mit der praktischen Erfahrung aus mehreren tausend Einsatz­stunden. Das Konzept wurde so gestaltet, dass es auf alle Awareness-relevanten Fälle anwendbar ist stets präventive Maßnahmen gegen Gewalt und Diskriminierung mit der psychologischen Erstversorgung der Betroffenen verbindet. Weitere Details zum SMA Konzept können Sie unter Schulung nachlesen.

Unsere Leistungen

Safety

Das Wohlbefinden und Sicherheitsgefühl der Gäste stärken und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen ergreifen. Dabei arbeiten wir eng mit dem übrigen Personal zusammen, damit die Zuständigkeiten gewahrt bleiben.

Unterstützung

Wir hören zu, geben Selbstvertrauen und helfen aus, wenn eine Person gerade nicht weiter weiß. Dabei nehmen wir jedes Anliegen gleichermaßen ernst.

Begleitung

Menschen in schwierigen Situationen bekommen einen sicheren Ort zur Erholung und werden so lange begleitet, bis sie keine Unterstützung mehr benötigen.

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